HERZähl mal...

Herzklopfen. Der Tag war gekommen. 4 Herzen, 4 Lebenswege würden sich endlich kreuzen. 4 verschiedene Menschen erzählten am 11. November bei unserm ersten HERZählungs-Abend ihre persönliche Geschichte.


Und das war ganz schön herzergreifend!



Ein kurzer Bericht aus der Sicht einer HERZählerin.

Es ist gar nicht so einfach, eine Geschichte zu erzählen. Wie fange ich am besten an? Wie soll ich erzählen, was in mir vorging? Was mache ich, damit das Publikum an meinen Lippen hängen bleibt?


Diese Fragen strömten mir durch den Kopf, als ich zuhause an meinem Schreibtisch saß und meine HERZählung verfassen wollte.


Nur kurz zur Erklärung: Eine Herzählung ist eine wahre, persönliche Geschichte, verfasst von Menschen, die Erfahrungen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen gemacht haben – sei es als Betroffene*r, als Angehörige*r oder, weil man im Beruf damit konfrontiert ist. Bei mir war Zweiteres der Fall. Ich habe als Angehörige die Herzgeschichte von meinem Großvater erzählt.


Ich begann also, zu schildern, wie die Geschichte meines Opas aus meiner Perspektive abgelaufen war. Und kam zu meinem Erstaunen zu der Erkenntnis, wie selbstverständlich ich bisher mit dieser Geschichte umgegangen war. Ich war ja schließlich „nur“ Angehörige und nicht selbst von einer Herz-Kreislauf-Erkrankung betroffen. Jedoch vergisst man oft, wie viel Einfluss Geschichten von anderen Menschen auf unser Leben haben. So erkannte ich, wie wichtig es eigentlich war, dass ich die Geschichte von meinem Opa erzähle. Nicht nur für mich selbst sondern auch für andere. Damit klar wird, dass Herzkrankheit uns alle betrifft, auch wenn wir das oft nicht so sehen.

In diesem Sinne bin ich sehr froh, dass ich die Möglichkeit dazu bekam, nicht nur meine Geschichte zu erzählen, sondern auch bei diesem Projekt mitzuarbeiten.


Geschichten erzählt man am besten aus dem Herzen heraus - genau das habe ich auch gemacht.


Und das Feedback der Zuhörer*innen war für mich die größte Bestätigung. Es war einfach überwältigend, zu hören, dass meine Geschichte in anderen Menschen etwas ausgelöst hatte. Und vielleicht hat sie ja auch den ersten Anstoß dazu gegeben, sich mit seinem eigenen Herzen zu beschäftigen.



Ein kurzer Bericht aus Sicht der Projektleiterin.

Herzklopfen. Viele Herzen, die sich vor und hinter dem Bildschirm versammeln. Mein eigenes eingeschlossen.


Endlich war es soweit! Nach vielen Monaten des Planens und Organisierens steht der 11. November vor der Türe. Die Geschichten, die ich in dieser Zeit erlebt habe, würden auf jeden Fall auch für die eine oder andere HERZählung reichen (aber dazu ein anderes Mal 😉). Die HERZähler*innen sind gecoacht, die Bar ist reserviert, der Aufnahmetechniker engagiert und die Werbung läuft gut an. Dann gibt es auf einmal eine Verschärfung der Covid-19 Bestimmungen - nicht gerade überraschend auf Grund der rapide ansteigenden Infektionszahlen - aber trotzdem trifft es uns sechs Tage vor unserem ersten HERZählungsabend. Was tun? Die Entscheidung fällt relativ schnell. Wir verlegen das Event online. Auch hier gab es dann natürlich ein paar Dinge zu verändern, aber alle waren an Board und so stand der Veranstaltung nichts mehr im Weg.


Meine Gefühle während des Abends zu beschreiben fällt mir schwer. Zu viel musste bedacht werden, zu groß war teilweise die Anspannung (obwohl ich mich dennoch als entspannt bezeichnen würde). Zwei Gefühle sind vorherrschend – Stolz und Freude.


Stolz auf Maggie (die auch eine der ersten HERZähler*innen wurde) und auf das, was wir gemeinsam geschafft haben. Stolz auf die anderen HERZähler, die tolle Flexibilität an den Tag legten und fantastische, berührende Geschichten erzählten. Und Stolz darauf, dass die Veranstaltung trotz der Umstände erfolgreich war.


Und Freude. Aus den gleichen oben genannten Gründen, jedoch umso mehr, weil ich das Gefühl habe, dass die Geschichten Menschen erreichen. Sie erzeugen eine Reaktion in den Zuhörer*innen. Diese leben mit, sehen sich selbst im Erzählten und kommentieren den Inhalt. Am nächsten Tag erreichen uns sogar ein paar ganz liebe Nachrichten per Mail.


Ich bin dankbar für das, was ich in den letzten Monaten gelernt habe und für all die wertvollen, neuen Begegnungen. Vor allem aber für die Erkenntnisse, die mein weiteres Leben beeinflussen werden, zum Beispiel, dass man niemals aufgeben sollte, an sich zu arbeiten, sei es um seine Gesundheit zu verbessern oder sich eine neue Fähigkeit anzueignen! Und mit der Überzeugung, dass wir mit unserem Projekt etwas bewegen können und der Hoffnung, dass das Bewusstsein für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch in anderen geweckt wurde, gehen wir motiviert zu unseren nächsten Aufgaben!


Wir freuen uns darauf, wenn ihr uns begleitet!



Wir möchten uns von Herzen bei all den Herzensmenschen bedanken, die dabei waren: unseren Zuseher*innen, den vielen Unterstützer*innen unseres Projektes und nicht zuletzt unseren HERZählern! Ohne euch wäre es einfach nicht möglich gewesen.


Ihr habt unser Event verpasst? Kein Problem. Vor Weihnachten wird unsere erste Podcast-Folge veröffentlicht, wo ihr unsere Geschichten nachhören könnt!


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Herzlichst,

Ariane und Maggie