Alle Jahre wieder

Aktualisiert: 1. Okt.

Gedanken zum Weltherztag.


Es gibt Gedenktage für so ziemlich alles. Hier eine kleine Liste meiner Favoriten: den Gott-sei-dank-ist-Montag-Tag (warum auch immer), Räum-deinen-Schreibtisch-auf-Tag (der sollte bei so manchen wahrscheinlich auch öfters als einmal stattfinden), Küsse-Rothaarige-Tag (alles klar 😉), Tag des Nichtstuns (oh wie schön wär’s…), Tag der Kaffeepause (der ist bei mir eigentlich jeden Tag), Weltknuddeltag (sehr wichtig!) und Welttag des herzhaften Lachens (mindestens genauso wichtig 😊).


Die Tage sind übrigens alle im Jänner. Weiter musste ich bei meiner Recherche zu kuriosen Feiertagen gar nicht gehen, um genug Material zu finden. Die meisten dieser „Feiertage“ werden wahrscheinlich von kaum jemandem beachtet, aber immer wieder mal findet einer davon mediale Beachtung oder wird auf den Sozialen Medien für viral gehende Posts ausgenützt.


Gestern war der Weltherztag. Wie alle Jahre wieder. Wir werden an unser Herz erinnert, das uns Tag für Tag am Leben hält, von dem die meisten aber gar keine Notiz nehmen. Wozu auch? Das Herz tut seine Arbeit ja sowieso.


Herzklopfen, das sich bemerkbar macht, hat in den meisten Fällen einen guten Grund. Vielleicht sind wir gerade so wie ich in den ersten Stock gelaufen, weil wir schon wieder etwas vergessen haben und spüren, dass selbst diese paar Stufen uns außer Atem bringen. Vielleicht sind wir aufgeregt, weil gleich ein Meeting ansteht, bei dem wir präsentieren oder vielleicht auch frisch verliebt? Wann hat dein Herz das letzte Mal so richtig geschlagen?


Leider Gottes ist dieser Tag auch ein Tag, bei dem darauf aufmerksam gemacht wird, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach wie vor Todesursache Nummer eins weltweit sind. Seit gestern starben ca. 50.000 Menschen weltweit an den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (zu den Zahlen geht’s auf der WHO Homepage). Wir fragen uns: Muss das so sein? Wir hoffen nicht und die wissenschaftliche Literatur gibt uns da Recht, denn diese besagt, dass bis zu 80% dieser Fälle mit den entsprechend früh vorgenommenen Lebensstiländerungen und etwaigen, zeitnahen medikamentösen Eingriffen verhindert werden könnten (1).


Bis zu 80% - wow.


Das wären demnach 40.000 Menschen, die heute noch leben könnten?


So plakativ würden diese Zahlen wahrscheinlich nicht aussehen, weil manche Menschen zwar an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, aber auf Grund ihres Alters. Und zugegeben - sterben müssen wir alle mal. Das ist ein Fakt. Aber es ist nicht nur dieses unumgängliche Ende, das mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verknüpft ist. Es ist auch die Lebensqualität, die einem eine Herzerkrankung nimmt. Und gesteigerte Lebensqualität sollte doch ein Ansporn sein, oder?


Deswegen unser Apell zum Weltherztag. Lassen wir ihn nicht zu einem dieser Gedenktage verkommen, über die einmal im Jahr gesprochen wird. Er sollte viel mehr den Anstoß geben uns über unsere Risikofaktoren Gedanken zu machen. Zur Erinnerung haben wir euch die ABFLUEGE zusammengestellt, die zur Destination „Heart Disease“ führen können.



Auch wenn wir uns vermeintlich gesund fühlen, kann zum Beispiel unsere Genetik - die Erbanlagen, die wir von unserer Familie mitbekommen haben - unser Risiko steigern. Ohne die eigenen „Daten“ zu kennen, wissen wir unseren Gesundheitsstatus also nicht. Und wie erfahren wir die? Zuerst mal bei einer simplen Vorsorgeuntersuchung. Also laden wir euch ein diese in Anspruch zu nehmen, denn die ist in Österreich (und auch in Deutschland) einmal im Jahr kostenlos. Sie kostet euch nur ein bisschen Zeit. Zeit, die ihr zum Schluss vielleicht um ein Vielfaches wieder zurückgewinnt.


In diesem Sinne - schaut auf euer Herz,


HERZlichst, eure Ariane

Reference
1. Stewart J, Manmathan, WIlkinson P, Primary prevention of cardiovascular disease: A review of contemporary Guyaner and literature. 2017 JRSM Cardiovascular Disease